Humanistische Philosophie  

Der Begriff Humanismus ist einem vielfältigen Wandel über die Jahrhunderte unterworfen gewesen und auch heute in Zeiten der Globalisierung muss er immer wieder neu gedacht werden.

Auch wenn heute viele Autoren um den Inhalt des Begriffs Humanismus streiten, so sind doch die Grundsätze über die Jahrtausende geblieben: Unter Menschlichkeit wird über alle Ethnien hinweg ein die Würde der Schöpfung beachtendes Verhalten gegenüber dem Individuum selbst, den anderen Menschen und der uns umgebenden Flora und der Fauna verstanden. Es umfasst das Bemühen um Rücksichtnahme auf das Umfeld bei gleichzeitigem Streben nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Damit Menschen so handeln können, benötigen sie immer noch Bildung, eine Bildung, die im Zeitalter der Globalisierung und einer neuen Völkerwanderung ihre Wurzeln in allen Kulturen, in allen Zeiten und in der eigenen Erfahrung hat.
Und damit Heranwachsende in dieser Welt voll von teilweise widersprüchlichen Informationen Orientierung finden, brauchen sie Vorbilder als "Geländer". Das können Geschichten sein, die ihnen vorgelesen werden, Erzählungen, Bücher, wenn sie selbst lesen können, vor allem jedoch Erwachsenen, die den Begriff Humanismus durch ihr Denken, Fühlen und Handeln füllen.

Persönliche Anmerkung

Meine Geländer sind, wenn ich wieder einmal Gefahr laufe, die Orientierung zu verlieren, u.a.diese drei Zitate:

Es geht Dir besser, wenn Du nur einem Gott dienst. So lautet das erste Gebot. Diese Worte halten mich bei meinem Streben nach Bedeutsamkeit, Wohlstand und Sicherheit davon ab, meine Menschlichkeit diesen drei oder anderen Komfortsessel-"Göttern" zu opfern.
...soviel Du brauchst! Nicht weniger und nicht mehr!
Junge Menschen -und nicht nur die- brauchen mehr als nur Fachwissen. Denn Bildung ist weit mehr! Sie umfasst das Wachsen einer eigenen Persönlichkeit, gleichzeitig zu lernen, wie Mensch sich in sozialen Gemeinschaften verhält und Individualität und gemeinschaftliches Verhalten auszu balancieren. Bildung umfasst auch die Fähigkeit, nach Lösungen zu suchen. Und die diese Entwicklung endet erst mit dem Tod - und selbst der ist ein neuer Entwicklungsschritt.
Menschen in der Entwicklung brauchen neben einem Ziel, das sie selbst bestimmen können, Zeit zur Entwicklung und Zuwendung - soviel sie bruchen!
Ziel meiner Arbeit mit Menschen ist es, ihnen dies zu gewahren.
Du siehst mich! Zur Macht gehören der Schutz, den der Mächtige dem Gefolgsmann/der Gefolgsfrau gewährt, und die Erlaubnis, dass Menschen unter diesem Schutzschirm erst einmal so sein dürfen, wie sie sind, und dass sie sich entwickeln dürfen.
Zur Macht gehört das Hinsehen, das Wahrnehmen der Menschen, die der Mächtige führt, in ihrer ganzen Persönlichkeit in ihrem Umfeld.
P. S.: Hinsehen heißt im Dänischen hensyn und ist auch das Wort für Rücksichtnahme, Respekt.

Haben Sie es bemerkt? Diese drei Sätze sind alttestamentarische Bibelzitate. Sie stehen in der Thora, dem Koran und der Bibel. Wenn mir gar nichts mehr als Geländer hilft, hilft immer ein Blick in eins dieser heiligen Bücher, und auch in solche, die nicht der jüdisch-christlich-islamischen Tradition entspringen. Was ich dann selbst leisten muss, ist die Übersetzung der dort geschriebenen Worte in mein aktuelles Leben.

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September 5, 2017