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Gestaltpädagogisches Zentrum Schleswig-Holstein
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Meine Arbeitsphilosophie

Ich gehe davon aus, dass Menschen zu mir kommen, weil sie etwas lernen wollen. In unseren Begegnungen folge ich dieser Leitidee::

Stichwort Das bedeutet für mich:
Konstruktivismus Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheiten. Das gilt insbesondere in weltanschaulicher und ethischer Sicht.
Neugier Ich bin neugierig darauf, von anderen zu erfahren, wie sie sich selbst, ihre Mitmenschen und das Leben an sich sehen. Darum frage viel.
Wertschätzung Ich begegne meinen Mitmenschen immer wertschätzend. Kein Mensch wird von mir in eine wie auch geartete Öffentlichkeit gezerrt und/oder bloßgestellt. Ich suche keine "Defizite".
Ich helfe bei der Zielfindung, geben die notwendige Zeit und Zuwendung. Ich suche mit meinem Gegenüber die vorhandenen Stärken und unterstütze die Entwicklung in den identifizierten Entwicklungsfeldern.
Kein Handeln ohne Auftrag! Ich entmündige mein Gegenüber nicht. Ich handle nicht unaufgefordert, nur weil ich glaube, ich wüsste, was meinem Gegenüber gut tun könnte. Das gilt für Menshen allen Alters.
Ich führe Perspektivgespräche, in denen meine Klienten ihre Entwicklungsziele selbst und smart formulieren.
Nichtwissen

Ich gebe keine Ratschläge. Ich habe keine Lösungen für andere.
Meine Klienten kennen, wenn sie zu mir kommen, die Antwort auf ihre Fragen eigentlich schon selbst.
Häufig haben sie nur nicht den Mut, sich selbst die Frage zu stellen, die sie zu ihrer Lösung führen würde. An dieser Stelle diene ich und stelle die entscheidende Frage.

Nicht-Instruierbarkeit Ich instruiere nicht! Ich irritiere, lade ein, manchmal ködere ich auch. Denn sichtbares Verhalten lässt sich nachhaltig nur verändern, wenn die Handelnde ihre Haltung verändert.
Eigenverantwortlichkeit Jeder Mensch ist für sein Handeln (und Nicht-Handeln, denn dann tut er ja auch etwas, nämlich nichts) selbst verantwortlich.

Diese Haltung zeige ich als Lernbegleiter in schulischen Lernsituationen genauso wie in Beratungsgesprächen.

Insbesondere bei der Begleitung junger Menschen ist mein fächerübergeifendes Ziel, dass sie in dieser Welt voll von teilweise widersprüchlichen und auch bewusst falschen Informationen in die Lage versetzt werden, sich ihr eigenes Bild von sich selbst, den anderen und dem Leben allgemein unabhängig von Meinungsmachern und Vordenkern machen zu können. Sie müssen erfahren können, dass kritisches Hinterfragen richtig ist , wenn sie etwas nicht verstehen. Das ist für die Erwachsenen häufig unbequem, weil sie manchmal selbst erst zum Nachdenken auch über Alternativen bei einer scheinbar alternativlosen Entscheidung gezwungen werden. Und das ist gut so!

Für die Entwicklung einer solchen nach Klärung suchenden Haltung brauchen sie Vorbilder. Sie brauchen Menschen, die sich nicht mit einem 3-Worte-Slogan durch die Welt wurschteln wollen. Sie brauchen Erwachsene, die die Begriffe Humanismus und Menschlichkeit durch ihr Denken, Fühlen und Handeln füllen.
Sie brauchen Menschen, die ihnen zeigen, dass "Weg-machen" eine sinnlose und kraftzehrende Aktion ist. Sie brauchen Vorbilder, die sie erleben lassen, dass das Umgehen mit einem "Problem" viel eher und gesitteter zu einer alle Seiten befriedigenden win-win-Lösung führt.
Sie benötigen das Handwerkzeug, um all die Informationen, die täglich auf sie einprasseln, auf ihre Relevanz und ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.
Last but not least benötigen sie eine ethische Grundbildung, die sie als sozial handelnde Persönlichkeiten in die Gesellschaft hinein wirken lässt.

Persönliche Anmerkung

Mich persönlich leiten u.a. diese drei Zitate:

Es geht Dir besser, wenn Du nur einem Gott dienst.

...soviel Du brauchst!

Du siehst mich!

Haben Sie es bemerkt? Diese drei Sätze sind alttestamentarische Bibelzitate. Sie stehen in der Thora, dem Koran und der Bibel. Wenn mir gar nichts mehr als Geländer hilft, hilft immer ein Blick in eins dieser heiligen Bücher und auch in solche, die nicht der jüdisch-christlich-islamischen Tradition entspringen. Was ich dann allerdings selbst leisten muss, ist die Übersetzung der dort geschriebenen Worte in mein aktuelles Leben.

41-philo.php | April 10, 2021