Das Humanistische Menschenbild  

Das humanistische Menschenbild geht davon aus, dass psychisch und geistig gesunde Menschen sehr wohl in der Lage sind, die Entscheidungen ihres Lebens selbst zu fällen und keinen Bevormunder benötigen. Sie müssen jedoch auch willens sein, für die Folgen Ihres Handelns die Verantwortung zu übernehmen, "ihre eigene Suppe auch selbst auslöffeln zu wollen".

In Hinblick auf ihr Alter und den verfügbaren Intellekt benötigen manche Menschen gegebenenfalls Coachs, die sie dabei unterstützen, möglichst viele Aspekte der Entscheidung zu beleuchten und die ihnen die möglichen Folgen aufzeigen. Manchmal brauchen sie Geschäftstüchtige, die eventuelle Rechtsgeschäfte, die aus der Entscheidung resultieren, dann tätigen. Und sie brauchen Unterstützer, wenn "die Sache schief geht".

Eine Einschränkung der Autonomie erfahren Menschen im Miteinander. Hier regeln Verträge, die von einer Leistung und einer ebenbürtigen Gegenleistung gekennzeichnet sind, das Verhalten innerhalb der Gruppe.

Vier Grundanahmen sind die Basis des humanistischen Menschenbilds:

Alles Handeln eines Menschen folgt einem Ziel und macht Sinn, zumindest für den Handelnden, auch wenn ihm dieser Sinn möglicherweise nicht klar ist, das Handeln zu schmerzhaften Erfahrungen führt oder sogar selbstschädigend ist. Es gibt immer einen "heimlichen Gewinn"!

Der Mensch ist ein soziales Wesen; er lebt auch als Single in "Herden". Zu jeder Zeit seines Lebens muss ein Mensch die Balance zwischen Autonomie (Selbständigkeit) und Abhängigkeit (=Anpassung) suchen und finden.

Der Mensch will sich wirksam erleben. Diese Wirksamkeit kann nach innen (z.B. Zuwachs persönlicher Kompetenzen) wie nach außen (z:B: Veränderung des sozialen Verhaltens) wahrnehmbar sein. Fühlt er sich nicht wahrgenommen, sorgt er durch ein auffälliges Verhalten schon dafür, dass man ihn bemerkt.

The Humanistic Idea of Men

Der Mensch ist als Ganzes weit mehr als die Summe der Einzelaspekte auf ihn.
Das bedeutet, dass ein Notenzeugnis nie etwas wirklich über den ganzen Menschen aussagt, sondern nur eine begrenzte Auswahl von Draufsichten darstellt.

Gestalt folgt diesen Grundannahmen.

In Entwicklungsgesprächen fragen die LernbegleiterInnen immer das Umfeld ab, was bei der Bewältigung einer Herausforderung hinderlich und was förderlich war, unter welchen äusseren Umständen eine Handlung stattgefunden hat, welchen Sinn der Handelnde damit verfolgte.

Um Verantwortung zu übernehmen und ggf. eine Verhaltensänderung einzuleiten, muss das, was verändert werden soll, angenommen werden. Der Lernbegleiter unterstützt dieses Annehmen, indem er es nicht negativ bewertet.

Das was da ist, gehört zu mir. Das, was zu mir gehört, kann ich verändern!

Ganzheitlichkeit

© som/gpzsh ( Juni 27, 2017 )