GewaltFreie Kommunikation (GFK)  

Hintergrund und Grundlegendes

Welchen Hintergrund gibt es für die von Rosenberg beschriebene Kommunikationsform? Wie funktioniert sie? Was unterscheidet Giraffen- und Wolfssprache?
Oft beschleicht uns in ganz alltäglichen Gesprächen das Gefühl, dass der andere versucht, uns mit Worten in eine bestimmte Richtung zu drängen. Wir fühlen uns schlecht, verantwortlich, schuldig und reagieren traurig oder auch wütend, rechtfertigend ohne zu wissen, wie und warum das so kommt. Oder aber wir merken, dass unser Gegenüber auf unsere Bitte völlig abwehrend oder verteidigend reagiert, obwohl es doch nur um eine Kleinigkeit geht. Viele Situationen im Alltag lassen uns spüren, dass unsere Kommunikation oft beim Anderen nicht so ankommt, wie wir es meinen und uns wünschen würden. Genau hier setzt die gewaltfreie Kommunikation von Rosenberg an.

Hintergrund zur Entwicklung der Theorie zur gewaltfreien Kommunikation

Die Theorie der gewaltfreien Kommunikation, die auch als Giraffensprache bezeichnet wird, wurde maßgeblich von Dr. Marshall Rosenberg entwickelt. Beeinflusst haben diesen damals zum einen seine eigenen Erfahrungen in seiner Kindheit. Rosenberg wurde 1934 in den USA geboren. Er wuchs als Jude in einer Gegend auf, die ihn lehrte, dass allein sein Nachname oft Gewalt seines Gegenübers provozierte. Auch die Berichte über die Methoden Gandhis in Bezug auf die gewaltfreie Konfliktlösung sowie die Arbeitsweise seines Mentors Carl Rogers, der ebenfalls in der klinischen Psychologie tätig war, haben auf Rosenbergs Gedanken und Theorien zur gewaltfreien Kommunikation eingewirkt.
Letztendlich ist die GFK eine Spielart der Transaktionsanalyse.

Für Rosenberg ergeben sich aus der konsequenten Verwendung der Giraffensprache viele Vorteile. Durch die gewaltfreie Kommunikation gelingt es uns, dem Gegenüber unsere Bedürfnisse und Absichten auf eine verständnisvolle Art mitzuteilen, sodass die anfangs geschilderte Abwehr- und Verteidigungshaltung nicht entsteht. Überdies werden Konflikte auf der Basis von Verständnis bearbeitet, sodass es leichter gelingt, eine für alle akzeptable Lösung zu finden, hinter der jeder der Beteiligten auch steht und aus diesem Grund motivierter ist, zum Gelingen seinen Beitrag zu leisten.

Grundannahmen:

Niemand kann dir Gefühle machen!
Was andere sagen oder tun, mag Auslöser für unsere Gefühle sein, ist aber nie die Ursache!
Verantwortlich für Dein Gefühl bist immer Du selbst.

Urteile über andere sind entfremdete Äußerungen unserer eigenen, unerfüllten Bedürfnisse!
Wenn wir unsere Bedürfnisse aussprechen, steigt die Chance, dass sie erfüllt werden.

Leitsatz

Geh nur in das Gespräch mit einem anderen, wenn Du davon überzeugt bist, dass Dein Gesprächspartner gerade sein Bestes tut.

Das zentrale 4-Schritte Modell

Das Grundgerüst in der GFK ist das 4 Schritte-Modell. Es dient als Leitfaden, um die wichtigsten Elemente einer förderlichen Kommunikation zu lernen, ohne jede Art der verbalen Manipulation, Bewertung oder Vorwurf, bei der die Gefühle und Bedürfnisse alle gehört werden und ausgedrückt werden dürfen.

Selbsteinfühlung
Klar ausdrücken, wie es mir geht ohne Kritik, Vorwurf oder Forderung

Einfühlung in den Anderen
Einfühlsam wahrnehmen, wie es meinem Gegenüber geht, ohne Kritik, Vorwurf oder Forderung zu hören

1. Wahrnehmung: Situation, Auslöser, Beobachtung

Wenn ich sehe / höre / erlebe ....
Keine Bewertung, Interpretation

Wenn Du siehst / hörst / wahrnimmst...
Keine Bewertung,  Interpretation

2. Kerngefühl

…dann fühle ich...
  Unterscheiden zwischen Gefühl und Gedanke

…dann fühlst Du.../ dann bist Du...
Wie könnte mein Gesprächspartner sich fühlen?

3. Bedürfnis

…weil ich bräuchte ...
…weil ich das Bedürfnis nach ... habe
Unterscheiden zwischen Wunsch u. Bedürfnis

…weil Du .... bräuchtest.
…weil Du das Bedürfnis nach... hast.
Was könnte das unerfüllte Bedürfnis sein?

4. Bitte, Wunsch

Deshalb bitte ich dich, ....
Deshalb hätte ich gerne, dass ...
Unterscheiden zwischen Bitte und Forderung

Und Du möchtest gerne ...
Und Du hättest jetzt gerne, dass
Positiv, konkret machbare Bitte herausfinden

Mehr über die GFK erfahren Sie in meinen Fortbildungen und gleichzeitig üben Sie sich in der 4-Schritt-Methode.

Literatur: Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation, Junfermann Verlag

nach Michaela Meyer Jan 23,.2011, bearbeitet Aug 29, 2012
Den ursprünglichen und vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Gewaltfreie Kommunikation - Hintergrund und Grundlegendes | Suite101.de http://www.suite101.de/content/gewaltfreie-kommunikation---hintergrund-und-grundlegendes-a98263#ixzz1PL3IRsUZ

Martin Dornes (1995) beschreibt zusätzlich: Interesse-Neugier, Überraschung, Ekel, Scham und Schuld.

© som/gpzh ( Juli 11, 2017 )